Juni 28

200 Artikel


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Mit dem zweihundertundersten Eintragfeiere ich meinen Artikel Nummer 200 von gestern, der ausgerechnet eines meiner Außenseiterthemen behandelt 😉

Meine kleine Statistik:

  • Für 200 Artikel habe ich 22 Monate und 27 Tage gebraucht
  • Mit 200 Artikeln habe ich bislang 18930 Leser gelockt
  • Um einen meiner 200 Artikel zu lesen benötigt man im Schnitt 46 Sekunden
  • Der meist aufgerufene Artikel ist Shenmue – kommt’s oder kommt’s nicht?
  • Spontanbesorger.de wird am häufigsten durch die Suche nach Shenmue 3 gefunden

Happy Article Day, yay!


Juni 27

Die Fans schreien „Sieg!“


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!


Auch als Nicht-Fußballfan kommt man in diesen Tagen nicht an der Berichterstattung rund um die Fußball-EM vorbei. Man wird allmorgendlich aus dem Radio beschallt, diverse Magazine haben passende Cover und Schlagzeilen und so ziemlich jede professionelle oder halbprofessionelle Seite im Internet veranstaltet mindestens ein Tippspiel. Eine solche multimediale Aufmerksamkeit ruft natürlich auch diverse Personen des öffentlichen Lebens auf den Plan, die immer wieder mehr oder weniger passend irgendwelche Fragmente aufgreifen, um diese für eigene Zwecke ausspielen zu können. Ignorieren wir mal, dass während der gesamten EM kaum noch jemand ein Wort über die inhaftierte Timoschenko verloren hat oder dass Hunde von der Straße gefangen und verbrannt werden, und vergessen wir auch mal die hanebrüchenen Vergleiche, Metaphern und Bilder, die vor dem Viertelfinale „Deutschland vs. Griechenland“ herangezogen wurden.

Mir geht es vielmehr um unseren lieben Innenminister Hans-Peter Friedrich, der sich insbesondere über Fans und deren Verhalten sehr pikiert, verständnislos und angriffslustig kommentiert hat. Ich will hier gar nicht alles aufzählen, aber mit einer Sache will ich mich nicht abfinden, da sie auch mich und im Grunde jeden deutschen Fan eines Mannschaftssports, der gelegentlich live vor Ort ist, betrifft. Herr Friedrich findet es äußerst bedenklich, dass deutsche Fans auf polnischem oder ukrainischem Boden ein rhythmisches „Sieg!“ skandieren. Wo liegt das Problem? „Sieg“ gehört zum deutschen Wortschatz und findet manighaften Verwendungszweck. Da gibt es beispielsweise eine romantische Pilscherschmonzette mit dem Namen „Sieg der Liebe„. Skandalös oder einfach nur schwülstig? Im Rheinland gibt es einen Fluss namens Sieg. Man ist fassungslos! Und dann gibt es diesen kurzen, prägnanten Begriff, der den Erfolg in einem sportlichen Wettstreit bezeichnet: Sieg!. Jede Zeitung bringt diesen Begriff, sobald ein Deutscher eine bekannte Turniertrophäe erringt oder eine deutsche Fußballmannschaft irgendein Pflichtspiel gewinnt. Es wäre sicher einmal interessant, wie oft der Axel-Springer-Verlag diese vier Buchstaben samt Ausrufezeichen auf der Titelseite abgedruckt hat.

Und aus diesem Wort hat sich vor Äonen ein Fangesang entwickelt, den man seither bei jedem sich abzeichnenden Sieg der Heimmannschaft anstimmt. Man singt es beim Fußball, beim Eishockey, beim Handball und vermutlich auch beim Basketball. Die Fans feiern ihre Mannschaft und demütigen den Gegner. Es klingt ganz sicher einschüchternd, möglicherweise sogar ein wenig militant, aber es ist nur der wiederholte, freudige Ausruf für die eigene Mannschaft, die den Sieg errungen hat.

Wo ist also das Problem, sehr geehrter Herr Innenminister? Waren Sie noch nie bei einem nationalen oder internationalen Sportevent, bei dem Gegner im direkten Wettstreit stehen, dabei? Oder haben Sie händeringend nach einem weiteren Argument gegen die Nazis und rechtsextremen Idioten gesucht, die verbotene Fahnen und das dazu gehörende Gedankengut auf Bannern und in Gesängen verbreiten? Reicht es nicht aus, dass es noch immer viel zu viele Rechte in Deutschland gibt und dass sich Deutschland in der jüngeren Vergangenheit in Sachen Ermittlung gegen die braune Szene alles andere mit Ruhm bekleckert hat? Denn merke: Der Ausruf „Sieg!“ kommt weder von rechts, noch ist er in irgendeiner Weise nationalistisch, solange niemand ein „Heil“ hinten anstellt.

Und ich gebe es zu: Der aktuelle deutsche Innenminister macht mir mehr Angst, je länger er im Amt ist, als es Herr Schäuble jemals tat – und das will was heißen!


Juni 26

Momentan fehlt mir ein wenig die Lust zum Schreiben, aber damit ich irgendwann mal meine Lasagne einfordern kann (Ja, das ist ein Insider), mache ich mal mit meiner Muppet Show Reihe weiter. Nummer 12 in der Reihe der Gaststars war der Schauspieler Avery Schreiber. Schreiber war spezialisiert auf lustige Rollen, die er in unzähligen Filmen zum Besten gab. Neben einigen Gastauftritten in TV-Serien der 60er und 70er Jahre war er hauptsächlich auf der Leinwand zu sehen. Zu den auch in Deutschland erschienen Filmen gehören Cannonball 2 (Auf dem Highway ist wieder die Hölle los), Robin Hood – Helden in Strumpfhosen oder der grandiose, aber weitgehend unbekannte Caveman. Schreiber war zwar auch in vielen ernsthaften Filmen zu sehen, aber seine Rolle ging immer in Richtung des Clowns, Entertainers oder „Trottels“. Später war er als Schauspiellehrer tätig und lehrte als solcher „Improvisational Theater“. 1994 erlitt er einen Herzinfarkt, von dem er sich trotz operativen Eingriffs nie richtig erholte. Er arbeitete zwar noch bis 2001 an vereinzelten Filmen mit, starb aber 2002 im Alter von 66 Jahren an einem weiteren Infarkt . 2003 wurde in Hollywood das „Avery Schreiber Theater“ eröffnet.


Zusammenschnitt der Avery Schreiber Auftritte in der Muppet Show


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