Da mir meine PS3 wieder gelb zuzwinkert werden wir von nun an getrennte Wege gehen. Wir hatten eine schöne Zeit, aber da ich ihr außer meinem Fön und dem Schraubendreher-Set nichts mehr zu bieten habe, hoffe ich auf einen Menschen, der auch ihr Innerstes versteht, zu 100% auf sie eingeht und mit etwas Liebe und Fingerspitzengefühl den alten Glanz zurückgibt.
In diesem Sinne: Meine PS3 inkl. Metal Gear Solid 4 Umverpackung und 400 GB auf ebay (Auktion endet 23. Jun. 2012 14:26:42 MESZ) >> jetzt bieten!
PSP – Retromaschine, Schnäppchenlieferant und Reisebegleiter
Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!
Kann sich noch jemand an den Handheld PSP Go erinnern? Es war einer von Sonys Versuchen den Zwischenhändler zu überspringen, indem man den Kunden ausschließlich per digitaler Distribution mit Software versorgt. Was sich im Grunde wie eine gute Idee anhört wurde von Gamern gnadenlos abgestraft: Das Gerät wurde nicht gekauft und von Sony innerhalb kürzester Zeit wieder vom Markt genommen. Damals gehörte ich auch zu dieser Boykott-Fraktion, aber der Download-Katalog für das mobile Spielen bleibt eine tolle Sache.
PSP ohne Datenträger – Die Vorteile
Jeder Videospieler mit einem Handheld dürfte es gerade vor einem Urlaub erlebt haben: Welches Spiel nimmt man mit? Nimmt man vielleicht doch zwei oder drei mit? Worauf hat man in den nächsten zwei Wochen Lust? Was tun, wenn’s regnet und nicht genug Games in der Tasche sind? Will man wirklich ausgiebig zocken oder nur zwischendurch, während der Reise oder abends im Bett daddeln? So oder so ähnlich spielt sich das Zwigespräch im Inneren eines Gamers ab und wenn es keinen intervenierenden Partner gibt, hat man ruckzuck einen zweiten Kulturbeutel mit Spielen und eventuell sogar einem alternativen Handheld im Koffer. Das führt nicht nur zu unpraktischem Handgepäck, es führt auch den Begriff „Urlaub“ ad absurdum.
Da lobe ich mir ein System, mit dem ich ohne weiteres mehrere Dutzend Spiele auf einem Memory Stick mitnehmen kann – völlig legal selbstverständlich. Man braucht nur eine PSP, eine Speicherkarte mit ein paar Gigabyte Platz, irgendeinen Internetzugang und los geht das Stöbern im PSN-Shop. Und es gibt viel zu entdecken. Neben den unzähligen Minis, die mit der Mehrheit der App-Spiele für Smartphones vergleichbar sind, gibt es insbesondere für Retrofans eine feine Palette an Highlights, die man als Gamer zumindest mal gesehen haben muss. So bekommt man beispielsweise die Portierungen von Final Fantasy 7 und 8 schon für 10 Euro (je nach Aktionszeitraum sogar für 5 Euro) ohne irgendwelche inhaltliche Einschränkungen. Auf Flohmärkten oder bei ebay zahlt man noch immer ein Vielfaches für die Playstation Discs, bei denen man nie genau weiß, ob sie noch laufen oder ob es doch irgendeine Macke gibt. Ich persönliche bevorzuge das vollständig spielbare digitale Set, als ein paar kaputte Staubfänger in der Vitrine, wobei die Downloads sowohl auf der PSP, als auch auf der PS3 laufen. Weitere Klassiker wie Arc the Lad 2, Lunar Silverstar oder Impossible Mission bekommt man geradezu hintergeworfen und mit jedem Kauf erhält man ungleich mehr Stunden Spiel (und Spielspaß), als bei irgendeinem teureren, aktuellen Spiel. Aber für die, die mit altem Gameplay und gealterter Grafik nichts anfangen können, gibt es auch einige Spiele, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Preise sind zwar wegen der Aktualität um einiges höher, liegen aber noch immer unter dem Neupreis in UMD-Form. Zugegeben, den Shop über die PSP zu durchforsten ist nicht nur unübersichtlich, es ist eine absolute Qual, wenn man auf der Suche nach bestimmten Spielen ist, aber wenn man eine PS3 zur Hand hat, geht die Suche und auch das Herunterladen wesentlich einfacher von statten.
So ganz nebenbei gibt es durch das Spielen vom Memory Stick auch einen massiven praktischen Vorteil: Es muss kein physikalischer Datenabnehmer bewegt werden wodurch die durchschnittliche Laufzeit der PSP mehr als verdoppelt wird. Die UMDs sind zwar schick anzusehen, sind ansonsten aber für einen Handheld vollkommen ungeeignet, da die Discs gedreht werden müssen und neben der ständigen leichten Vibration der Motor ein echter Akkufresser ist. Ein Spiel wie Metal Gear Solid – Peacewalker beansprucht nicht nur den Grafikchip, sondern lässt auch der UMD kaum eine ruhige Sekunde. Hält der Akku bei einem Standardspiel vom Stick ca. 6-8 Stunden (je nach Helligkeitseinstellung) ist bei einem MGS von UMD nach 2-3 Stunden das Licht aus. Das ist gerade auf längeren Reisen extrem ärgerlich, da man gerade im Bus oder Flugzeug nicht unbedingt eine Auflademöglichkeit zur Hand hat.
PSP ohne Datenträger – Die Nachteile
Neben der unkomfortablen Vertiebsart, die der unübersichtlichen Gestaltung des mobilen PSN geschuldet ist, gibt es natürlich auch andere Nachteile. So ist man wegen des fehlenden Zwischenhändlers der Preisgestaltung von Sony zu 100% ausgeliefert. Der Preisverfall des freien Markts entfällt und solange es keine Aktionen, Bundles oder Preisnachlässe im Monopolshop gibt, sind einige Spiele zwar noch immer günstiger als die Neuware mit Verpackung, aber gegenüber Importe und Second Hand ist der Download oft noch immer teurer. Dann entfällt natürlich der Sammlereffekt. Ein digital erworbenes Spiel läuft einwandfrei, ist aber eben nur ein Stück Software. Es gibt keine Anleitung, keine Verpackung für das Regal, keine Sondereditionen mit dekorativen Beigaben. Kurz: Es gibt nichts zum aus- oder anpacken und zwangsläufig fehlt auch jeglicher Sammlerwert oder eine Wertsteigerung. Und dann bleibt da noch die Unsicherheit, wie lange man den DL auch nutzen kann. Gegenwärtig bleiben die Käufe zwar im eigenen Konto gespeichert und man kann die Software jederzeit neu herunterladen. Doch was passiert, wenn die übernächste Generation am Start ist und das Konzept des PSN verworfen wird. Muss man sich im Vorfeld mehrere Memorysticks vollknallen und hoffen, dass es nie zum Gau kommt oder nimmt man es sportlich und findet man sich mit der unbestimmten Haltbarkeit, die man schon mit Spielmodulen mit endlichem Batteriespeicher, langsam korodierenden Spiele-Discs oder abrauchenden Prozessoren einfach ab.
Man muss wissen was man will
Die PSP gehört seit dem Release der Vita zum „alten Eisen“, ist aber vor allem für Gamer, die viel Spiel für wenig Geld wollen und oft unterwegs sind, nahezu unverzichtbar. Zu groß ist die Auswahl kleiner und großer Klassiker und auch die gelegentlichen Schnäppchen aktueller Titel zum Download sind durchaus reizvoll. Die PSP Go sollte man trotz der vielen Downloads aber dennoch meiden, da man viele gute Spiele nach wie vor nur auf Datenträger erhält und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt teilweise im tiefsten Keller sind. Games mit einem Jahr oder mehr auf dem Buckel bekommt man gebraucht schon unter 20 Euro und auch neuere Spiele sind in der Regel für weniger als 40 Euro erhältlich. Will man günstige Retrogames ohne Sammlerwahn, ein paar aktuelle „große“ Games für unterwegs und eine Gerät mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis, ist die PSP das beste, was man sich zur Zeit zulegen kann.
Wenn man mal stramm auf die 40 zugeht wird so manche Erinnerung etwas schwammig. Ich weiß nicht mehr in welchem Jahr ich zum ersten Mal Impossible Mission (Nein, nicht Mission Impossible) gespielt habe, aber ich erinnere mich an den Commodore 64, den mein Onkel immer angeschmissen hat, wenn ich zu Besuch war und das dieses Spiel eines meiner ersten Lieblingspiele überhaupt war.
Destroy him, my robots
…war der Spruch zu Beginn des Spiels, den wir akustisch nie verstanden, als der C64 kratzig die Sprachsamples ausspuckte, und ohne große Handlung oder Einführung ging es los. Man steuerte einen erstaunlich gut animierten Agenten, der genau drei Dinge konnte: Laufen, Springen, Durchsuchen. Mit diesen Fähigkeiten betrat man verschiedene Räume, die über ein paar wenige Fahrstühle zu erreichen waren. In diesen Räumen befanden sich auf mehreren Ebenen diverse Gegenstände und Möbelstücke, die man nach Puzzlestücken durchsuchen musste. Die Ebenen waren über Fahrstuhl-Plattformen und mit geschickten Sprüngen erreichbar. Da aber das reine Abklappern von Räumen ziemlich öde wäre, gibt es in fast jedem Raum Roboter, die unterschiedlich auf den Störenfried reagieren. Einige behalten ihren Rhythmus bei und patroullieren auf und ab, andere eröffnen bei Sichtkontakt das Feuer, wieder andere geben sofort Gas um den Spieler über den Haufen zu Fahren und noch andere kombinieren diese Bewegungsmuster miteinander. Da man keine offensiven Waffen besitzt und nur eine begrenzte Anzahl von „Robotor-Deaktivierer“ hat, die die Bewacher für ein paar Sekunden lahm legen, benötigt man eine gehörige Portion Geschick und gutes Timing. Apropos Timing: Zeit spielt eine große Rolle, da man für das Finden aller Puzzlestücke und das korrekte Zusammenführen der Teile genau 8 Stunden zugestanden bekommt. Piece of cake wird man jetzt denken, doch zieht man von diesem Stunden jeweils 10 Minuten pro Bildschirmtod ab, wird das doch irgendwann eine knappe Sache.
Ein Hoch auf die PSN Minis
Das Spiel war in den 80ern einfach der Knaller auf dem C64 und wir haben unzählige Stunden in diesen Räumen zugebracht. Umso erfreuter war ich, als ich bei einem meiner Streifzüge durch den Sony Shop die Neuauflage unter den Minis gefunden habe. Für gerade mal 3,99 Euro bekommt man den Klassiker Epyx‘ Impossible Mission direkt in drei Versionen auf die Konsole. Neben dem 1:1 Port, der auch heute noch erstaunlich gut funktioniert, gibt es eine optisch unspektulär aufgebohrte Variante, die sich aber neben wählbaren Charakteren spielerisch nicht vom Original unterscheidet und eine „Mix-Version“, in der man mit der alten Spielfigur durch die aufbereiteten Räume streift.
Mir ist klar, dass man bei Spielen aus den 80er Jahren einen großen Schuss Nostalgie drüberkippen muss, um sie auch heute noch spielen zu können, aber Impossible Mission bildet mit seinem simplen Spielprinzip und fordernden Zeitlimit doch eine Ausnahme und ist ideal für Gamer, die Grafik und Sound nicht an oberste Stelle setzen. Ich selber habe zumindest wieder den gleichen Spaß wie vor ca. 30 Jahren und ich bin kurz davor meinen alten Brotkasten aufzubauen um auch Impossible Mission II spielen zu können.



