Aug. 24

Simsalaseo – Suchmaschinenoptimierung ist doof!


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Hiermit erstmal ein großes, dickes Entschuldigung an die armen Leser, die ich letzte Woche mit meiner seltsamen Simsalaseo-Meldung verwirrt habe. Es gibt natürlich kein Spiel dieser Art und auch die von mir fotografierten Schnappschüsse von Simsalaseo waren natürlich nichts anderes, als eine meiner G-Taste Figuren, die ich stilvoll in meine Rosen gestellt hatte. Was sollte das also? Letzte Woche wurde von Martin Missfeldt ein Wettbewerb ausgerufen, bei dem es das Ziel ist innerhalb eines Monats mit dem Suchbegriff „Simsalaseo“ auf Platz eins der Google-Bildersuche zu kommen.

Ich dachte meine Idee wäre halbwegs originell und dadurch auch erfolgreich, indem ich mehr oder weniger ansprechende Fotos in Kombination mit einem aktuellen und themenbezogenen Topic – die gamescom in Köln – präsentiere. Blöderweise sind die meisten SEOs (Search Engine Optimizer) wesentlich trockener an das Thema rangegangen und haben auf ihren „mächtigen“ Seiten und Blogs einfach stur vom Wettbewerb berichtet, ihre Backlinks gesetzt und wirklich – und ich meine wirklich – einfallslose Bilder hochgeladen, in denen einfach mal der Begriff „Simsalaseo“ reingeschrieben wurde. Nicht alle, aber sehr viele.

Simsalaseo – am Thema vorbei. Setzen, 6!

Kreativität wurde in diesem Fall zumindest in der ersten Instanz nicht belohnt. Google hat bei der Flut an Einträgen, die innerhalb von 48 Stunden für Simsalaseo indexiert wurde, meinen Beitrag offensichtlich als „nicht relevant“ eingestuft und ihn von Seite 1 in die Unendlichkeit nach hinten verbannt. Es handelt sich eben nicht um ein Videospiel, sondern um einen Wettbewerb. SEOs haben mit ihrer „Ehrlichkeit“ meinen Plan kaputtgemacht. SEOs sind keine Grafiker. SEOs sind doof 😉

Ich für meinen Teil reihe mich jetzt zumindest in die Reihe der langweiligeren Berichterstatter ein und oute mich als erfolgsarmer und möglicherweise chancenloser Teilnehmer eines Wettbewerbs, der mit ein paar schönen Bildern zumindest einen Hauch von Kreativität einbringen wollte. Meine normalen Leser haben wenigstens das eine oder andere schöne Hintergrundbild abgreifen können. Hier präsentiere ich euch gerne nochmal meine „Simsalaseo-Kunstwerke“. Mir gefallen einzelne Bilder übrigens persönlich auch ganz gut und wer will, kann die Bilder ohne Schriftzug bekommen. Kurzer Kommentar genügt völlig 🙂

Oder wie jetzt?

Oder hat Google jetzt gemerkt, um was es geht und die Relevanzen noch mal neu gemischt? Seit Donnerstag werden meine Simsalaseobilder zumindest teilweise aufgeführt, und siehe da: Ich pendelte zwischen den Plätzen 25 und 40. Es handelt sich dabei zwar um eines der Bilder, das ich jetzt weniger favorisiere, aber hey, was soll’s? Kurze Zeit später wurde ich dann aber aus der moderaten Suche gekegelt. Ist meine Simsalaseo etwa anstößiger als eine normale deutsche Werbung für Halbfettmargarine? man scheint sich da nicht so einig zu sein. Zumindest hatte ich einen kurzfristigen Höhepunkt, als eines meiner Bilder am Samstag völlig überraschend auf Platz 6 der Bildersuche auftauchte. Yay! Aber auch das blieb offensichtlich nicht unbemerkt, denn mittlerweile sind alle (!) meiner Bilder mit Bezug auf Simsalaseo aus dem Index verschwunden. Suchmachinenoptimierung scheint doch ein härteres Brot zu sein, denn wenn ein SEO schon auf den Button „anstößiges Bild melden“ klickt oder weitere Schritte einleitet, um Konkurrenz – für die ich mich wirklich nicht halte – zu eliminieren, gönne ich demjenigen das Geld von Herzen. Wahrscheinlich sind das für ihn satte 6 Monatsmieten inklusive Internetflat.

Ich ranke, also bin ich, oder nicht? Diese Simsalaseo-Geschichte läuft ja noch ein paar Wochen. Ich bin mal gespannt in welche Richtung die Reise noch geht. Ich für meinen Teil setze mich jetzt jedenfalls in die letzte Reihe und gucke gelegentlich mal aus dem Fenster, denn mit diesem Beitrag endet mein Engagement für dieses Projekt. Ich hab dann doch besseres zu tun! Ich habe zumindest ein paar Dinge gelernt:

  • Suchmaschinenoptimierer verstehen keinen Spaß, wenn es um ihre Ehre geht
  • Suchmaschinenoptimierer verstehen noch weniger Spaß, wenn es um Kohle geht
  • Für einen Blog zählt nichts mehr als Aktualität
  • Mein Blog wird innerhalb von Sekunden indiziert 😉
  • Leicht bekleidete, aber züchtig bedeckte Plastikpuppen sind in Deutschland anstößig
  • Ich schaffe es immer noch meine Mitmenschen zu verwirren

…und dann ist da noch die Geduld. Davon kann man in aller Regel ja nicht genug haben 🙂 So, und jetzt ist Schluss. Für mich war die kurzzeitige Topplatzierung am Samstag schon ein Erfolg und eine unglaubliche Genugtuung.


Aug. 24

Shenmue Fundstück


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Dieses Fundstück ist ein Live Promo Clip der japanischen Sprecher von Ren und Ryo. Sie laufen in Cosplay-Manier durch Tokyo (?), spielen ihre Rollen und haben offensichtlich sehr viel Spaß dabei. Mit dem Film sollte im Jahr 2000 Shenmue 2 beworben werden. Wenn ich jetzt noch Japanisch verstehen würde, wäre es wahrscheinlich noch lustiger 😉


Aug. 23

Fragile Dreams – Mein Videospieljahr 2011


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Nach Valkyria Chronicles II war mir nach etwas leichterer Kost zu Mute. Ein spontaner Blindkauf für 10 Euro hat mir dann Fragile Dreams von Tri Crescendo in die Wii geweht. Da mir die Spiele von Tri Crescendo bisher sehr gut gefallen haben – insbesondere Eternal Sonata ist traumhaft schön – konnte ja eigentlich nicht viel schief gehen.

Nichts für akut Deprimierte

Fragile Dreams drückt von der ersten Spielminute auf die Stimmung des Spielers. Wann gerät man schon mal in die virtuelle Situation, den eigenen Großvater begraben zu müssen und als vermeintlich letzter Mensch auf der Erde einsam, aber voller Hoffnung auf die Reise zu gehen, um vielleicht doch noch Gesellschaft zu finden. Einmal auf dem Weg fragt man sich, was der Welt widerfahren ist. Man wandert über einsame, überwucherte Straßen, kommt an zerfallenen Wohnhäusern und kolabierten Hochstrommasten vorbei und wehrt sich gelegentlich mit zerbrechlichen Hieb- und Schusswaffen gegen unfreundliche Geisterwesen. Die einzigen anderen Lebewesen scheinen Katzen und ein geheimnisvolles weißhaariges Mädchen zu sein. Eure alles bestimmende Mission ist es dann auch, dieses Mädchen zu finden und so ganz nebenbei erfährt man nach und nach, was mit der Menschheit passiert ist. Um die ohnehin bedrückende Stimmung noch einen Tick deprimierender zu machen, findet man immer wieder Gegenstände, an denen die letzten Erinnerungen der Vorbesitzer haften. Wo ist die nächste Brücke?

Weder Fisch, noch Fleisch

Spielerisch stellt sich Fragile Dreams als sehr einfaches und nicht gruseliges Survival „Horror“ Game dar. Man läuft durch die Areale, findet unterschiedliche Waffen und wehrt sich gegen diverse Geisterwesen. Für besiegte Gegner erhält man Erfahrungspunkte und eventuell etwas zum Heilen oder zum Austeilen, wodurch man stetig stärker wird. Da man den meisten Gegnern aber aus dem Weg gehen kann und in den wenigen unvermeindlichen Konfrontationen kaum Schwierigkeiten auftreten, fehlt es für einen echten Überlebenskampf an nötigem Biss. Die Geister sind dabei zum Teil gar nicht mal Ohne und erinnern gerne mal an die Project Zero Reihe, aber ohne Bedrohung kommt auch keine Gruselstimmung auf. Hier hat man viel Potential verschenkt.

Die Steuerung geht für einen Wii-Titel vollkommen in Ordnung. Man bewegt sich per Nunchak in alle Richtungen und legt mit der Wiimote den Blickwinkel fest, indem man eine Taschenlampe bewegt – ja, das ist unglaublich originell, aber es funktioniert. Glücklicherweise erspart uns das Spiel dummes Gefuchtel. So schlägt man bequem per Tastendruck auf die Gegner ein und blättert genauso durch das Inventar und die Menüs. Speichern kann man glücklicherweise nahezu minütlich. Man benötigt dazu zwar durch Lagerfeuer markierte Speicherpunkte, doch sind diese so häufig auf eurem Weg zu finden, dass man locker 2-3 auslassen kann und im unwahrscheinlichen Falle des Ablebens höchsten 15 Minuten Spielzeit wiederholen muss. Auch grafisch geht das Spiel voll in Ordnung. Man bekommt eine für Wii-Verhältnisse sehr detailierte Anime-Grafik zu sehen, bei der es je nach Areal schöne Einzelheiten zu entdecken gibt. Der Trailer gaukelt dabei eher Trickfilmqualität vor, die aber ausschließlich in Zwischensequenzen zu sehen ist.

Sehr japanisch

Fragil Dreams wurde per Untertitel für Deutschland lokalisiert. Dankenswerterweise hat man aber neben der guten englischen Sprachausgabe auch die Originaltonspur aus Japan auf der Scheibe gelassen und nur auf japanisch funktioniert das Spiel wirklich gut. Der Hauptcharakter bewegt sich durch ein zerstörtes, modernes Japan, was nach heutigen Maßstäben schon bedrückend genug ist, aber die Emotionen die durch diverse Stilmittel vermittelt werden, haben nur dann die volle Wirkung, wenn man sich durch die Sprache vollständig auf diese Umgebung einlässt.

Fragile Dreams spielt man nicht, wenn man Action haben will oder auf ausgeklügelte Taktiken und Knobeleien wert legt. Das Spiel ist ein reinrassiger Atmosphärenträger, der deprimierend und hoffnungsvoll zugleich ist. Die Geschichte ist zwar auch nicht gerade episch oder unendlich verschachtelt, aber sie trägt den Spieler linear Schritt für Schritt zum Finale. Wenn man sich von einem verlassenen Einkaufszentrum, einem zerfallenen Vergnügungspark oder einem unterirdischen Kanalsystem nicht in die postapokalyptische Stimmung versetzen lässt, weiß ich nicht was es sonst schaffen kann.

 


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