Aug 15

Planet der Affen Prevolution – Würdig und faithful


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Wie übersetzt man „Faithful to the Original“? Faithful bedeutet so viel wie loyal, genau, treu, getreu, sinngetreu
gewissenhaft, treu ergeben oder vertrauensvoll und es war das Erste, was mir während des Abspanns von Planet der Affen – Prevolution in den Sinn kam. Wir alle kennen das Bild des zusammenbrechenden Charlton Heston, der beim Anblick der zerstörten Freiheitsstatue die längst verschwundene Menschheit verflucht. Auch wenn die fünf Kinofilme einen Atomkrieg als Grund für die Ausrottung suggerieren, wird an keiner Stelle explizit erklärt, was denn nun wirklich passiert ist und wie dadurch die Affen auf die nächste Evolutionsstufe kamen. Prevolution wagt einen neuen, an unsere Zeit angepassten Ansatz und auch wenn man sich mit der Handlung von den Ereignissen der Teile 3-5 entfernt, bleibt der Film trotzdem immer plausibel und passt einfach in die gesamte Geschichte. Es ist kein Reboot, es ist kein Remake, es ist eine Prevolution.

Ohne großartig zu spoilern ist die Geschichte recht schnell erzählt. Der ehrgeizige Wissenschaftler Wil Rodman arbeitet unerbittlich an einem Mittel gegen Alzheimer, um in erster Linie seinem Vater eine Heilung von dieser schweren Krankheit in Aussicht zu stellen. Bei seiner Forschung experimentiert er mit Schimpansen und schafft bald seinen großen Durchbruch. Sein Medikament regt die Neubildung von Gehirnzellen an und ist somit intelligenzsteigernd. Um das jüngste Tier, ein Neugeborenes eines Versuchstiers, vor der Einschläferung zu retten, nimmt er es kurzentschlossen mit nach Hause, tauft es „Cesar“ und sorgt ab sofort für ihn. Irgendwann ist aber auch die schönste Idylle vorrüber und Cesar wird in ein Schimpansengehege abgegeben, wo er lernt, dass man den Menschen nicht trauen kann und das seine Artgenossen auch außerhalb von Labors nicht gut behandelt werden. Er bricht aus, entwendet das mittlerweile weiterentwickelte Medikament und schart die erste Generation intelligenter Affen um sich, um der Menschheit zu entfliehen und in Frieden und Freiheit leben zu können.

Der Film strotzt nur so vor Anspielungen und Querverweisen. So ist Cesar beispielsweise der Name des Schimpansen, der als Sohn der getöteten zeitreisenden Affen Cornelius und Zira und einziger intelligente Affe auf der Erde, die Revolution gegen die Menschheit anführt. Ganz nebenbei startet eine Marsexpedition, die plötzlich im All verschwindet, wodurch die 2000 Jahre später widerkehrenden Astronauten erklärt werden. Der Orang-Utan, der Cesars erster Freund im Gehege wird, ist nach dem Schauspieler Maurice Evans benannt, der im Original den manipulativen Dr. Zaius spielt. Jeder mehr oder weniger Fan der Filme wird viel Spaß am Entdecken dieser kleiner Details haben.

Tricktechnisch mischt Planet der Affen – Prevolution ebenfalls weit oben mit. Der Gollum- und King Kong erfahrene Andy Serkis, mimt auch hier die Vorlage für den „nicht ganz menschlichen“ Charakter Cesar. Die Darstellung der Affen ist derartig gut gelungen, dass man oft nicht erkennt, ob es sich um echte Affen oder um CGI-Primaten handelt. Die überraschend gute Erzählweise, die vielen kleinen Details und die Spannung auf das „was ist denn nun wirklich passiert“ macht aus diesem Planet der Affen ein Kinoerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Warum nur hat man sich nicht schon früher für diese Herangehensweise entschieden? Warum nur mussten wir das leidige Remake mit Mark Wahlberg ertragen? Egal, denn mit Prevolution ist alles wieder gut und das sogar „faithful to the Original“!

 


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