Jan 10

85 Jahre Metropolis


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Zu kitschig und viel zu lang war das harte Urteil der Kritiker und des Publikums, als Fritz Lang am 10.01.1927 mit seiner Zukunftsvision Metropolis Premiere hatte. Heute gilt der Film als Meisterwerk und liefert immer wieder Vorlagen für aktuelle Science Fiction Streifen. Die Häuserschluchten mit den fliegenden Autos kannte man schon vor Das Fünfte Element und auch C3PO ist nicht er erste goldenschimmernde Android der Filmgeschichte. Ich bin auch nach wie vor davon überzeugt, dass die Skyspots im 20th Century Fox Logo auf Metropolis basieren.

Bedauerlicherweise ist der Film seit seiner Premiere nicht mehr vollständig. Die radikalen Schnitte, die Lang im nachhinein machte, um den kommerziellen Erfolg doch noch zu erreichen, landeten weitestgehend in der Tonne und die wenigen ungeschnittenen Kopien vielen Bränden, Kriegen, Dieben oder einfach dem zeitlichen Verfall zum Opfer. Es tauchen zwar immer wieder mal Schnipsel auf, die von einer eigens eingerichteten Murnau Stiftung gesucht und gesammelt werden, aber komplett im Sinne der Uraufführung ist Metropolis noch lange nicht. Sollte es wirklich einmal zu einer vollständigen Kinovorstellung kommen, werde ich alles daran setzen, um dabei zu sein. Mein bisherige Kinoerfahrung mit diesem Meisterwerk beschränkt sich auf eine Aufführung in einem edlen, alten Kinosaal mit einem Pianisten und einem Violinisten. Während Justcarmen und ich vollkommen fasziniert vom Film waren, hat meine Herzdame seelig im Klappsitz geschlummert.

 


Aug 15

Planet der Affen Prevolution – Würdig und faithful


Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Wie übersetzt man „Faithful to the Original“? Faithful bedeutet so viel wie loyal, genau, treu, getreu, sinngetreu
gewissenhaft, treu ergeben oder vertrauensvoll und es war das Erste, was mir während des Abspanns von Planet der Affen – Prevolution in den Sinn kam. Wir alle kennen das Bild des zusammenbrechenden Charlton Heston, der beim Anblick der zerstörten Freiheitsstatue die längst verschwundene Menschheit verflucht. Auch wenn die fünf Kinofilme einen Atomkrieg als Grund für die Ausrottung suggerieren, wird an keiner Stelle explizit erklärt, was denn nun wirklich passiert ist und wie dadurch die Affen auf die nächste Evolutionsstufe kamen. Prevolution wagt einen neuen, an unsere Zeit angepassten Ansatz und auch wenn man sich mit der Handlung von den Ereignissen der Teile 3-5 entfernt, bleibt der Film trotzdem immer plausibel und passt einfach in die gesamte Geschichte. Es ist kein Reboot, es ist kein Remake, es ist eine Prevolution.

Ohne großartig zu spoilern ist die Geschichte recht schnell erzählt. Der ehrgeizige Wissenschaftler Wil Rodman arbeitet unerbittlich an einem Mittel gegen Alzheimer, um in erster Linie seinem Vater eine Heilung von dieser schweren Krankheit in Aussicht zu stellen. Bei seiner Forschung experimentiert er mit Schimpansen und schafft bald seinen großen Durchbruch. Sein Medikament regt die Neubildung von Gehirnzellen an und ist somit intelligenzsteigernd. Um das jüngste Tier, ein Neugeborenes eines Versuchstiers, vor der Einschläferung zu retten, nimmt er es kurzentschlossen mit nach Hause, tauft es „Cesar“ und sorgt ab sofort für ihn. Irgendwann ist aber auch die schönste Idylle vorrüber und Cesar wird in ein Schimpansengehege abgegeben, wo er lernt, dass man den Menschen nicht trauen kann und das seine Artgenossen auch außerhalb von Labors nicht gut behandelt werden. Er bricht aus, entwendet das mittlerweile weiterentwickelte Medikament und schart die erste Generation intelligenter Affen um sich, um der Menschheit zu entfliehen und in Frieden und Freiheit leben zu können.

Der Film strotzt nur so vor Anspielungen und Querverweisen. So ist Cesar beispielsweise der Name des Schimpansen, der als Sohn der getöteten zeitreisenden Affen Cornelius und Zira und einziger intelligente Affe auf der Erde, die Revolution gegen die Menschheit anführt. Ganz nebenbei startet eine Marsexpedition, die plötzlich im All verschwindet, wodurch die 2000 Jahre später widerkehrenden Astronauten erklärt werden. Der Orang-Utan, der Cesars erster Freund im Gehege wird, ist nach dem Schauspieler Maurice Evans benannt, der im Original den manipulativen Dr. Zaius spielt. Jeder mehr oder weniger Fan der Filme wird viel Spaß am Entdecken dieser kleiner Details haben.

Tricktechnisch mischt Planet der Affen – Prevolution ebenfalls weit oben mit. Der Gollum- und King Kong erfahrene Andy Serkis, mimt auch hier die Vorlage für den „nicht ganz menschlichen“ Charakter Cesar. Die Darstellung der Affen ist derartig gut gelungen, dass man oft nicht erkennt, ob es sich um echte Affen oder um CGI-Primaten handelt. Die überraschend gute Erzählweise, die vielen kleinen Details und die Spannung auf das „was ist denn nun wirklich passiert“ macht aus diesem Planet der Affen ein Kinoerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Warum nur hat man sich nicht schon früher für diese Herangehensweise entschieden? Warum nur mussten wir das leidige Remake mit Mark Wahlberg ertragen? Egal, denn mit Prevolution ist alles wieder gut und das sogar „faithful to the Original“!

 


Jun 22

Cruel Intentions – Einer der besten Soundtracks aller Zeiten


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Ich bin gestern mal wieder mit meinem Finger durch meine CD-Sammlung geschlendert und bin beim Soundtrack von „Eiskalte Engel“ aka Cruel Intentions hängen geblieben. Aus dem Regal gezogen, eingelegt und laufen lassen. Ich staune immer wieder, wie genial diese 90er-Alternative-Zusammenstellung ist und auch losgelöst vom (eigentlich ganz guten) Film gehört werden kann. Die Playlist ist nicht unbedingt ein Who-Is-Who der 90er Jahre der Musik, aber Songs wie Every You Every Me von Placebo, die mit diesem Film ihren kommerziellen Durchbruch schafften, Colorblind von Counting Crows oder Bitter Sweet Symphony von The Verve kann mittlerweile schon als Evergreens bezeichnen. Als Film- und Musikfan kommt man jedenfalls nicht an diesem Album vorbei.

Und jetzt noch mein Lieblingszitat aus Cruel Intentions: „…und er saugt wie ein Hoover!“


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